wissenswertes

Ölbaum / Olivenbaum

Es ist wohl den meisten Liebhabern des Olivenöls unbewusst, dass der Ölbaum bzw. der Olivenbaum bereits ausgangs der letzten Eiszeit vor rund 14'000 Jahren im nördlichen Negev von altsteinzeitlichen Menschen kultiviert worden sein dürfte. Dies schliessen Archäologen aufgrund der Grösse von Olivenkernen, die dort vorgefunden worden sind. Kurz nach der Sesshaftwerdung in der Jungsteinzeit (ca. 9000 v. Chr.) pflanzten Menschen in der Pionierregion des Jordangrabens die ersten Fruchtbäume und der Siegeszug der Olive rund um den klimatisch begünstigten Mittelmeerraum begann.

 

Es wird vermutet, dass der früheste gezielte Anbau von Olivenbäumen zum Zweck der Ölgewinnung auf Kreta in die Zeit um 3500 vor Chr. fällt. Dank der Lagerfähigkeit der Oliven, der mannigfaltigen Verwendbarkeit des Öls (Küche, Konservierung, Brennmaterial und Körperpflege), hat das Olivenöl bis heute seine grosse Bedeutung nicht verloren. Es ist nicht mehr wegzudenken aus dem täglichen Konsum.

 

Die moderne Medizin steht erst am Anfang mit ihren Forschungen, um sich die heilenden Kräfte der Olive zunutze zu machen. Im Rahmen einer ausgewogenen mediterranen Ernährung, wird Olivenöl sehr empfohlen, um das Risiko der Entstehung von Gefässkrankheiten zu vermindern oder deren Verlauf günstig zu beeinflussen.

 

Den grössten Pro-Kopf-Verbrauch weltweit hatte 2016 Griechenland (nach Spanien und Italien auf Platz 3 der jährlich erzeugten Menge) mit 14.9 Litern pro Jahr, gefolgt von Spanien mit 11.5 Litern und Italien mit 10.5 Litern pro Jahr. Österreich und Deutschland stehen bei 1.2 bzw. 0.8 Litern. Der Verbrauch in der Schweiz lag im Jahr 2012 bei 1.7 Litern, wobei eine deutlich steigende Tendenz ersichtlich ist. Auf Kreta liegt der Verbrauch noch über dem Durchschnitt Griechenlands. Die auf Kreta bekanntesten Sorten sind Koroneiki-Oliven mit rund 85% und Tsounati-Oliven mit rund 10%.

 

Tsounati-Oliven

 Unser "natives extra virgine" Olivenöl besteht zu 100% aus Tsounati-Oliven. Es wird im mechanischen Kaltextraktions-Verfahren (25-27°) hergestellt. Die Oliven stammen ausnahmslos aus den Olivengärten des Dorfes Melidoni-Apokoronou. Die Tsounati gilt als "die Edle" unter den Oliven. Diese sehr spezielle Olivensorte gedeiht an den kargen, steinigen Berghängen des Dorfes Melidoni an mehr als 500 Jahre alten Bäumen. Die Ernte erfolgt ausschliesslich und schonend von Hand.

 

Die Bäume zeigen meist im Folgejahr eine geringere Ernte, da sie eine Art Erholungspause einlegen, um dann im übernächsten Jahr wieder mit einem grossen Ertrag aufzuwarten. Damit wird eine Ausbeutung des Olivenbaumes verhindert. Dieser natürlich Rhythmus trägt zur hochstehenden Qualität der Früchte und somit auch zum einzigartigen Geschmack des Tsounati-Olivenöls bei. Die Kreter sagen zum Geschmack "glyko", was "süss" bedeutet. Es charakterisiert sich durch seinen sehr fruchtigen, leicht süssen Geschmack nach reinen Oliven, mit geringer Schärfe und kaum feststellbaren Bitterstoffen.

"Tsounates" werden auf Kreta auch als Tafeloliven zubereitet, die sogenannten "Lemonelies" (in Zitrone) und "Alatsoelies" (in Salz). Sie sind äusserst köstlich zum Apéro, zusammen mit einem Glas Tsikoudia (Raki).